V.Ö. 08.04.2011 (Cooking Vinyl) Ich glaube die meisten wissen gar nicht, welche Dramen sich im Hause Blackout nach der Veröffentlichung des letzen Albums “Best In Town” abspielten. Kommt dem einen die Zeit zwischen dem Debüt und dem mittlerweile nun dritten Album “Hope” nahezu rasant vor, so ist in den letzten Monaten jedoch eine Menge passiert. THE BLACKOUT wurden vom Label Epitaph gedropt und standen nach ihrer “Best In Town” Tour ohne einen Penny in der Tasche und ohne neuen Deal erstmal ziemlich angeschmiert da. Um es kurz zu machen: die Band hat in einer unnachahmlichen Spendenaktion die komplette Produktion für “Hope” finanzieren können. Dazu kommt noch, dass sie ihren Drummer Snoz Lawrence kurzfristig ersetzen mussten, da dieser sich fies an der Schulter verletzte. Für ihn sprangen Philip Jenkins (KIDS IN GLASS HOUSES) und Tom Winch ein. Die ganze Story kann man im Kerrang nachlesen.
Fakt ist: Die Band weiß 2011 wieder was sie will, wer sie ist und dass eine Menge Leute hinter ihnen stehen. Mit so einer Fanbase im Rücken kann wenig schief gehen – daher steht der Albumtitel symptomatisch für die letzten Monate. Aber schauen wir doch mal genauer hin:
“Ambition Is Critical” ein idealer Opener, bei dem man aber schon merkt, dass die Waliser es ein klein wenig ruhiger angehen lassen. Betonung liegt auf klein. Die richtigen Rocker findet man wenig später mit “This is Our Time” beispielsweise. Allerdings sind die härteren Songs eher rar gesät: “Hope” hat nicht mehr die Durchschlagskraft, die noch das Debüt “We Are The Dynamite” hatte. Soll nicht heissen, dass “Hope” für die Tonne ist – im Gegenteil. Hier findet sich eine nette Ansammlung kleiner Rockhymnen, die direkt ins Ohr gehen. Einziger wirklicher Nachteil der Platte ist das fehlende Alleinstellungsmerkmal. Auch wenn das Wechselspiel am Mikro zwischen Gavin Butler und Sean Smith die ganze Sache auflockert, muss man schon lang nachdenken, bevor man etwas charakteristisches herausstellen kann. Für eine Handvoll Hits reicht’s jedoch immer.
