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[I] JONAH MANTRAGA

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Jonah Matranga schreibt Pop Songs – ruhige Indie Songs mit Akustikgitarre und zuckersüßen Melodien. Er spielt Konzerte in lauschiger Atmosphäre und ist so nahe zu seinen Fans wie überhaupt nur möglich. Ihr fragt Euch sicherlich „Ok, wo ist der Punkt?“ – Ok, der Punkt ist folgender – Jonah Matranga ist Wegbereiter der Emo Szene und manch einer mag ihn bei den ersten Zeilen gar nicht zuordnen können, sondern eher etwas mit seinen Bands anfangen, mit denen er einen Teil der (wenn nicht sogar die gesamte) Szene prägte und viele, viele Bands beeinflusste. Mr Matranga war so nett uns im Zuge seines neuen Albums “And” ein paar Fragen zu beantworten:

Hallo Jonah! Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns nimmst. Wie geht’s dir und was machst du gerade?

Hallo! Danke für euer Interesse. Mir geht es gut. Ich fahre gerade von Detroit nach Cleveland. Die Show gestern in Detroit war gut, und abgesehen davon, dass wir in Cleveland spielen, werde ich mein Lieblings-Baseballteam, die Boston Red Sox, spielen sehen. Ist schon ein seltsames, glückliches Leben! Ich habe meine Tage auf Tour damit verbracht, das neue Album bekannt zu machen und mit den Leuten in Kontakt zu bleiben, die meine Musik mögen. Und ich habe so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht.

Kannst du uns etwas zum Titel deines neuen Albums „And“ sagen? Man kann ihn ja auf ziemlich verschiedene Arten interpretieren…

Das stimmt, und das ist eine Sache, die ich daran liebe. „And“ handelt davon, dass es – egal, in welcher Situation du dich

befindest – einen Moment gibt, der auf den momentanen Augenblick folgen wird, egal wie traurig oder erschreckend er ist. Wir benutzen dieses kleine Wort „und“, um dahin zu kommen. Manchmal passieren traurige Dinge und manchmal fröhliche. Und, und, und. Das ganze hat damit angefangen, dass ich für eine Freundin, die gerade eine schwere Zeit durchgemacht hat, eine kleine Geschichte geschrieben habe. Ihr man hatte Selbstmord begangen und sie war deshalb sehr traurig und machte sich Sorgen, wie es mit ihr und ihren Kindern weitergehen würde. Meine Geschichte half ihnen dabei und ich bemerkte, dass die Platte ebenfalls von diesem Thema handelte.

Das Artwork von „And“ sieht ein bisschen aus wie ein Tattoo-Motiv. War das deine Absicht?

Eine gute Freundin von mir, die großartige Ideen hat, hat dieses Artwork entworfen. Sie liebt Tattoos, also hat sie einen sehr guten Tattookünstler gesucht, der das Bild, dass sie nach dem Hören des Albums im in ihrem Kopf hatte, auf Papier gebannt hat. Ich liebe es!

Was dürfen diejenigen, die nur die Musik deine früheren Bands kennen, von „And“ erwarten?

Egal, ob sie schon mal was von mir gehört haben oder nicht, dürfen sie von „And“ ziemlich komplexe Tunes erwarten, die beim ersten Hören gleichzeitig süß und verrückt wirken, aber eine Menge Ebenen besitzen, um die Musik tiefer gehend wahrzunehmen. Sie ist zart und intensiv, ernsthaft und verspielt. Das Album klingt vielleicht ein bisschen wie Wilco oder so, weil es auch diese Akustik-Gitarren und ähnliches dabei hat. Viele der Songs

bedeuten mir sehr viel und ich hoffe, dass die Leute auch etwas aus „And“ für sich ziehen können.

Interessieren dich eigentlich die Erwartungen der Hörer oder ist dir das egal, wenn du Songs für ein neues Album schreibst?

Ich vermeide es, an die Erwartungen anderer zu denken. Das ist natürlich schwer, aber ich denke, es ist Teil meines Jobs, etwas Aufrichtiges und Unaffektiertes zu schaffen, so dass die Hörer die Möglichkeit erhalten, sich daraus etwas rauszusuchen. Wenn ich von vorneherein bestimmen würde, was sie mögen oder eben nicht, wäre das meiner Meinung nach keine Kunst mehr, sondern eher so etwas wie Cornflakes.

Das Album wird bei „Arctic Rodeo“ veröffentlicht. Wie ist dieser Deal zustande gekommen?

Mein Freund Ian Love, mit dem zusammen ich die Platte produziert habe, hat sein eigenes Album bei „Arctic Rodeo“ veröffentlicht und mich dort empfohlen.

Warum ist „Arctic Rodeo“ für dich das beste Label, um dein Album rauszubringen?

Ich mag, dass sie auf einer schmalen, unabhängigen Skala operieren, aber wirklich hart arbeiten. Das ist mir sehr ähnlich. Einfach, persönlich, strebsam.

Du hast eine Menge Bands inspiriert. Wer hat dich wiederum beeinflusst?

Leute, die bei dem Versuch, etwas Übernatürliches zu schaffen, ein völliges Durcheinander erzeugt haben: Bowie, Neil Young, Prince, Sinead O’Connor, Zeppelin, Miles Davis, Public Enemy, Joni Mitchell, Rickie Lee Jones, Tom Waits, Billy Bragg, Babybird… Ich könnte noch eine ganze Menge mehr aufzählen.

Wirst du solo auf Tour

gehen, um „And“ vorzustellen, oder mit einer Band?

Meistens werde ich allein unterwegs sein, vielleicht für einige Shows mit einer Band. Es kommt darauf an, wer so alles in der Nähe ist. Ich mag die ganze Logistik nicht, die es bedarf, um mit einer Band zu touren: Vans und viel Klamotten und Hotels und der ganze Kram.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich denke immer mehr an untraditionelle Weg, um Musik zu machen, die mir mein Leben ermöglicht. Ich habe immer Sachen wie zuhause produzierte Platten, Hausgigs und sowas geliebt, und jetzt wird es mehr und mehr möglich, so etwas in persönlicher Art und Weise auf einem internationalen Level zu betreiben. Daran möchte ich in Zukunft arbeiten. Es gibt mittlerweile so viele Plätze, an denen man die Aufmerksamkeit der Leute auf sich ziehen kann, das ist wirklich überwältigend. Ich werde weiterhin versuchen, interessante Dinge zu machen und diese auf menschliche Weise zu präsentieren. Wenn das für die Leute funktioniert, werden wir sowas wie eine kleine Familie.

Vielen Dank für das Interview!

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