2004 war eindeutig ein gutes Jahr für KILLSWITCH ENGAGE. Nach einem bahnbrechenden Album, “The End Of Heartache”, waren sie für den Grammy in der Kategorie “Best Metal Perfomance” und tourten während der letzten beiden Jahre einmal über den Erdball.
Nach dem großen Erfolg mag man vielleicht denken der Sound und die Songs wären nun angepasster und auf ein größeres Publikum ausgerichtet, aber nichts von alledem greift auf “As Daylight Dies”. Cleaner Gesang – ja, Massenkompatibilität – nein! Auch textlich fährt man im gewohnten Fahrwasser, die Texte sind weiterhin persönlicher Natur. Im Zuge des Releases hatten wir die Möglichkeit dem Sänger der Band, Howard Jones, ein paar Fragen zu stellen:
Hey Howard, wie läufts bei dir?
Mir geht es ausgezeichnet, danke!
Ihr habt einen regelrechten Interview Marathon hinter euch. Das wievielte Interview ist dieses jetzt?
Ich kann sie kaum noch zählen. Ich würde sagen es waren verdammt viele (lacht).
Ok, dann lass uns doch mal gleich zu eurem neuen Album übergehen. Die Texte auf dem neuen Album strecken einem immer die helfende Hand entgegen und sind sehr positiv. Steckt dahinter eine bestimmte Intention?
Da steckt keine spezielle Intention hinter. Sie sind halt einfach so entstanden. Das Album und die Lyrics haben ihr ganz besonderes Eigenleben entwickelt. Man kann sagen, wir wurden mit diesem Album schwanger und haben es dann ausgetragen.
Meiner Meinung nach geht’s in euren Texten ja darum sich selber treu und aufrichtig zu sein…
Da liegst du definitiv richtig! Wir haben immer versucht positiv zu sein, und wenn wir einen Wandel beeinflussen können, und ein Wandel liegt ja immer bei einem selbst. Also wenn ich etwas ändern möchte, dann muss ich erstmal bei mir anfangen.
Ich hab das Gefühl, dass gegen Ende der Platte die Texte weitaus persönlicher werden und
von Lovestorys und Beziehungen handeln
Jeder macht im Leben Sachen durch und das liefert dann den Stoff zum schreiben. Das macht die meisten Songs auch frei für die Interpretation durch andere. Man kann sich das was man will aus den Songs heraus picken. Ich kenne eine Menge Lieder von anderen Bands, wo derjenige, der den Song schrieb vielleicht was ganz anderes damit gemeint hat, für mich es aber auf eine andere Art und Weise von Bedeutung ist. Das ist eigentlich auch das großartige an Musik – man kann sich alles das raussuchen, was man will.
Gibt es eine grundlegende Idee hinter „As Daylight Dies“, bzw. steckt eine persönliche Bedeutung hinter dem Titel, der für das ganze Album steht?
Nein, nicht wirklich. Das Album deckt viele verschiedene Dinge ab, es ist kein Konzeptalbum oder so. Wir sind nicht QUEENSRYCHE.
Hehe, gut. Kannst Du uns vielleicht 1,2 Sätze zu den neuen Songs sagen?
Puh. Ich kann mich nicht mal an die Songlisting erinnern, ich glaub ich krieg das nicht hin. Ich weiß wirklich nicht mal die Reihenfolge oder wie viele Songs es jetzt im Endeffekt waren. Tut mir echt leid, aber wir haben das Album so schnell aufgenommen, was jetzt nicht heißt, dass wir ein Eile waren, aber es passierte einfach sehr zügig, dass ich das jetzt nicht in Erinnerung habe. Wir hatten irgendwelche blöden Arbeitstitel für die Songs, so dass ich mich an die richtigen Titel jetzt nicht wirklich erinnern kann.
Habt ihr schon mit dem Videodreh zu eurer ersten Single begonnen, oder seid ihr gar schon fertig?
Nein, noch nicht. Wir haben auch noch gar nicht angefangen.
Plant ihr für das Video was Spezielles?
Wir sammeln zurzeit (Ende September Anm. d. Verf.) noch Vorschläge und haben bisher keine Entscheidung getroffen. Wir werden das wohl in den nächsten Wochen machen.
Ihr habt vor kurzem den DIO Song „Holy Diver“ gecovert. Wieso habt ihr gerade diesen Song ausgewählt? Habt ihr eine besondere Beziehung zu DIO?
Na gut, ich mein, die Band ist einfach nur geil. Der Song ist großartig, also haben wir unser bestes gegeben und diesen dann auch gecovert. Wir haben auch bessere Resonanzen dazu bekommen, als wir dachten. Aber wenn du dir das mal überlegst … it’s Ronnie James – he’s the man! Ein kleiner Mann mit einer unglaublichen Stimme. Wir sind sehr glücklich, dass den Leuten der Song gefällt.
Letztes Jahr hatten wir ein Interview mit Rob Flynn und er schwärmte über die Zusammenarbeit mit dir für Roadrunner United. Ihr habt da in Oakland zusammen gejammt und aufgenommen. Könntest du dir so was wieder vorstellen, bzw. ist in naher Zukunft mal wieder so was angedacht mit dir und Rob, oder war das ne einmalige Kiste?
Das war eigentlich nur so eine Sache, wozu er mich gefragt hatte, ob wir es zusammen machen – es war großartig – und wenn sich da in Zukunft was ergeben sollte, gerne! Ich hätte damit keine Probleme. Wir hatten eine gute Zeit, er war zwar etwas besorgt, weil ich den Song an dem Tag, als wir in aufnahmen auch schrieb, aber es war eine tolle Erfahrung.
Dein Bandmate Adam ist ein sehr fleißiger Produzent. Kannst du dir das auch vorstellen, oder belässt du es beim Songs und Texte schreiben?
Nein nein, ich überlass ihm das Produzieren. Er hat ein sehr gutes Gespür – er hört zum Beispiel Dinge in den Songs, die ich nicht höre. Adam ist gut in dem was er macht. Produzieren und trinken, essen und er ist alles in allem ein richtiger Dummkopf (lacht) – er ist sehr gut in diesen Sachen.
Ich könnte mir vorstellen, dass bei den Aufnahmesessions zu wenigen Konflikten kam, da es bei euch eine klare Rollenverteilung gibt und so ziemlich jeder irgendwie involviert ist. Adam produziert, Mike macht das Artwork, du schreibst die Texte …
Ja, es lief sehr gut. Wir haben jetzt auch das gleiche Line-Up seit einigen Jahren und die Dinge liefen sehr gut für uns. Das schreiben und aufnehmen
lief sehr reibungslos ab.
Läuft das auch beim Songwriting demokratisch bei euch ab?
Ja klar. Es gibt ein paar Songs die Adam schrieb, oder ein paar die Joe gemacht hat. Jeder hört sich das dann an und danach wird über die Stücke diskutiert, so dass auch jeder zufrieden damit ist. Jeder Song ist verschieden, man weiß nie was herauskommt – aber am Ende sind wir schon sehr froh mit dem Resultat.
Ok. Kommen wir zu euren Live Auftritten. Ihr habt auf eurer Website bekannt gegeben, dass ihr die Festivals hier mehr mögt, als die in den US and A. Woran liegts?
Die Festivals in Europa sind viel größer und reisen nicht von Stadt zu Stadt; und es spielen mehr Bands dort. Wir waren in Reading und Leeds und da war alles von MASTODON, SLAYER bis PEARL JAM – in den Staaten würde so eine Konstellation nie zustande kommen. Es war sehr cool, denn wann hat man schon mal die Möglichkeit mit PEARL JAM auf der Bühne zu stehen?
Stimmt. Das wars jetzt auch mit dem Interview. Vielen Dank – die letzten Worte gehören dir:
Deutschland war sehr gut zu uns! Wir kommen Anfang 2007 wieder und werden touren, also bringt Brot und Käse mit!