JAN DELAY – Wir Kinder vom Bahnhof Soul -Live

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Juli 16th, 2010

V.Ö. 04.06.2010 – Vertigo (Universal)

Jan Delay könnte man schon fast als Deutschlands Everbodys Darling betiteln. Ich glaub auf den Typen fahren alle ab – quer durch sämtliche Alterklassen. Herrn Delay selbst wird’s freuen, seine Platten gehen weg wie frische Weggli. Vielleicht auch ein Grund warum er nach seinem Durchbruch mit „Mercedes Dance“ und dem dazugehörigen „Mercedes Dance Live“ nun auch sein aktuellstes Album „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ in einer Live-Version auf den Markt haut. Gut, dadurch, dass sich die Tracklisten nahe zu ähneln werden die Verkäufe zusammen gezählt, er kann also Platin erreichen, oder Jan Delay wollte den Vibe seiner Konzerte für die Leute daheim aufbereiten. Oder vielleicht eine Mischung aus beidem.

Das Release von „Wir Kinder vom Bahnhof Soul – Live“ hat auf jeden Fall gute und schlechte Seiten. Gut ist, dass man einen Überblick erhält, wie so ein Jan Delay Konzert abläuft – man bekommt ein Gefühl dafür wie Delays Band Disko No.1 swingt und groovt – was sie definitiv tun. Im besten Fall ist es sogar eine schöne Erinnerung für die Leute, die auf den Konzerten waren, bei denen die Platte aufgezeichnet wurde (in Hamburg, Stuttgart und München – März 2010). Ein Live-Album kann aber immer nur bis zu einem gewissen Grad das wiedergeben, was so ein Konzert ausmacht. Vor allem weil auf dieser Platte die Setlist beschnitten ist, die Mitschnitte von drei verschiedenen Orten sind und im Studio evtl auch die ein oder andere Note neu eingespielt wurde (was oft üblich ist). Produktionstechnisch haben wir hier auf jeden Fall was ganz feines vorliegen. Der Funke scheint dann und wann auch auf den Hörer überzuspringen. „Wir Kinder vom Bahnhof Soul – Live“ ist auf jeden Fall eine kurzweiliges Vergnügen – mit Hits wie „Oh Johnny“, „Klar“, “Large”, “Hoffnung” oder „Disko“ kein Wunder.

Die Interaktion mit dem Publikum ist da, das Publikum singt, Delay kommuniziert, die Band swingt. Als kleines i-Tüpfelchen gibt es sogar noch ein Duett mit Udo Lindenberg und den Hit vom letzten Album „Klar“. Allerdings fehlen drei Songs vom regulären Album. So muss man sich am Ende des Tages fragen: Lohnt sich das? Wenn man „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ nicht schon sein Eigen nennt – ja. Ansonsten: nein.

5/10

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