BLIND, sind nicht direkt als “Newcomer” zu bezeichen – die Koblenzer Truppe ist bereits seit Jahren live unterwegs und hat somit eingies an Erfahrung gesammelt. Nachdem sie in all den Jahren einige Studio- Produzenten verheitzt und letzendlich einen gefunden haben der ihnen ihrer Meinung nach würdig war, veröffentlichen sie Ende Januar ihr erstes offizielles Album und sind aktuell auf Tour um es auch live zu präsentieren und den Besuchern einzuheizen.
Support leisten ihnen auf der Tour LIVINGSTON aus dem vereinigten Königreich, welche in jedem Fall eine gute Wahl waren. Die Herren spielen sehr rythmischen Alternative- Rock, was jedoch keineswegs wie von der Stange klingt, sondern eine gewisse Individualität mit sich bringt – sei es durch den eingängigen Gesang, welcher fast mit Coldplay vergleichbar ist, oder die Einsätze von Buschtrommeln die während des Sets oder Instrumentalstücken als Einlage dienten. Die Stimme des Sängers, welche fast durchgehend mit einem Echo- Effekt belegt war, wird den Besuchern noch lange im Ohr hallen.
Kurz nachdem die Bühne vom Equipment des Supportacts geräumt war starteten BLIND auch schon ihre Show mit dem Titel “Ordinary Day”. Die gut geschätzten 100 Besucher der Zeche Carl fanden dies nicht alltäglich und gingen direkt ab. Nach den ersten beiden Songs gab es die erste Verschnaufpause für das durchschnittlich junge Publikum, welche von Sänger Steve öfters für Smalltalk mit den Fans genutzt wurde. So lobte er die Fans für ihre Textsicherheit und das Abgehen in kleinen Pits und streckte mit seinen leichten Entertainer- Qualitäten die Show um ein gutes Stück, was bei einer Playtime des Album von einer dreiviertel Stunde sicherlich auch notwendig war. Das all die Jahre des vorherigen Tourens nicht ebenso unmerklich an ihm vorbeigegangen sind kann man ihm jedoch ansehen wenn ein heller Spot ihm ins Gesicht scheint und über die Lidschatten nicht darüber hinwegtäuschen können. Doch all dies ist nur Nebensache, zählen doch vor allem die saubere Produktion und die Präsentation des Plattenwerks, welche eindeutig klar und sauber rüberkam. Nachdem das Album fast durchgespielt war, gab es eine kurze Pause und anschliessend die obligatorische Zugabe. Begonnen wurde jene mit dem ruhigen “Every You, Every Me”, wobei die Begleitung nicht wie auf dem Album ein Klavier war, sondern Gittarist Guido ruhige Unterstützung lieferte und die Zeche Carl in Schmuseathmo wiegte. Nach dem Song komplettierte sich das Bühnenbild wieder, Drummer Gunnar und Bassist Guido kamen zurück und es wurden zwei weitere Stücke gespielt, wovon “Triple XXX” den Abend beendete. Diese drei Kreuze sollten sich die Blindfans für Sommer auch in ihrem Kalender machen, denn für dann kündigten sich die Koblenzer wieder für die Ruhr- Region an.