Bei Ankunft an der Kölner Live Music Hall zeigte sich eine lange Warteschlange am Einlass, das Bild in der Halle später allerdings zeigte eine “nur” zu knapp zwei/drittel Gefüllte Location. Während der Supportacts hielten sich trotz der kühlen Temperaturen an diesem vorwinterlichen Abend zudem noch recht viele Besucher im Außenbereich auf. Als erstes spielten MINA HARKER, die Ihr Set aus Elektro- Rock mit deutschen Texten mit viel Eifer präsenitierten. Die Newcomer treffen hier zwar auf ihre Zielgruppe, welche sich allerdings ziemlich verhalten gibt. Nach 30 Minuten in denen das Duo ihr Album- Debüt auszugsweise präsentierte und kurzem Change- Over kamen ALL ENDS auf die Bühne. Die Truppe, ebenfalls nur mit ihrem Debüt im Gepäck welches bereits im letzten Jahr veröffentlicht wurde, brachte die Menge schon eher auf Betriebstemperatur als ihre Vorreiter. Soundtechnisch konnten die Nordlichter aus Schweden trotz englischer Texte die Menge zum wippen und mitklatschen anmieren und ernteten auch fleissig Applaus. ALL ENDS boten nicht nur was für die Ohren – es gab auch einiges zu sehen; Neben den beiden nett anzuschauenenden Frontfrauen an den Mikros zeigten auch die vielleicht etwas klischeehaft gestylten Herren an den Saiteninstrumenten fleissig Posing vom feinsten. Trotzdem der guten Annahme seitens des Publikums ist das ganze vielleicht etwas zu massentauglich (besonders durch die in Szene gesetzt “Apologize”- Coverversion) und nicht ganz korrekt am Platze gewesen.
Nach kurzer Räumung der Vorband- Utensilien starteten OOMPH! dann um Punkt 22:00 Uhr und liessen das “Monster”, so der Titel ihres aktuelles und zehnten Langspielers, mit ihrer Singleauskopplung “Beim ersten Mal tut’s noch weh” frei. Die Menge ging direkt ziemlich ab und begrüsste die Band aufs
herzlichste. Angestachelt waren die Fans wahrscheinlich zusätzlich dadurch, dass das Konzert live ins Internet übertragen wurde – was laut Plattenfirma 25.000 Zuschauer hatte, denen sich die Band und Zuschauer vor Ort in Köln natürlich auch aufs Beste präsentieren wollten. Nachträglich kann man sich noch einen Auszugs des Streams von drei Songs im MyVideo- Channel der Band anschauen (http://www.myvideo.de/channel/oomph-monster).
Frontmann und Sänger Dero war um Ansagen, Kommentare und Scherze nicht verlegen und arbeitete auch so recht viel mit dem Publikum, das fleissig jede aufgeforderte Aktion mitmachte und durch dieses Feedback die Band widerum anstachelte. So liess er es sich auch nicht nehmen ein Band in der Menge zu nehmen und setzte zwei Mal zum Stage- Dive an und wurde auf Händen getragen. Der Rest der Band spielte das Set perfekt – Flux zeigte zudem viel Action auf der Bühne, Crap hingengen wirkte eher verhalten, ebenso wie die anderen beiden Begleitmusiker im Hintergrund. Die Playlist (unten aufgeführt) bot neben vielen Tracks vom neuen Album und Klassikern leider nur wenig älteres Material, was die langjährigen Fans vielleicht nicht ganz befriedigt haben dürfte, diese nach dieser insgesamt gut inszenierten Darbietung jedoch keineswegs enttäuscht gewesen sein dürften. Das Publikum war tosend, gar ekstatisch und in die OOMPH!- Welt abgesunken, aus der sie erst nach erlischen der Klänge des regulären Programms wieder auftauchten. Die lautstark geforderten und natürlich eigentlich fest im Programm geplanten Zugaben, die erste noch Abgeh- mässig angesetzt mit “Augen auf” und “Gott ist ein Popstar”, die zweitere wirkte mit “Menschsein” und “Leiter” eher ruhiger, läuteten dann langsam aber sicher das Ende des Abends ein. Zum krönenden Schluss setzte Dero solo noch “The Power Of Love” oben auf und beendete damit nach knappen zwei Stunden das Live-
Spektakel der Wolfsburger. OOMPH! und allen vorran Sänger Dero hatte an diesem Abend sichtlich Spaß und verabschiedete sich zum Schluß mit den Worten: Kölle, allaf you!
Setlist OOMPH!, Köln, 25.11.2008
Beim ersten Mal tut es noch weh
Träumst du
Unsere Rettung
Fieber
Wer schön sein will muss leiden
Du willst es doch auch
Wach auf!
Das letzte Streichholz
Das weiße Licht
Sex
Mitten ins Herz
Bis zum Schluss
Revolution
Sex hat keine Macht
Mein Schatz
Lass mich raus
Die Schlinge
Niemand
Gekreuzigt
Labyrinth
Zugaben:
Gott ist ein Popstar
Augen Auf!
Menschsein
Die Leiter
The Power of Love