Dass die diesjährige Deutschland Tour zu ihrem Album „Appeal To Reason“ so zügig ausverkauft war hätten
RISE AGAINST selbst sicher nicht gedacht, daher buchte man im Vorfeld eher mittelgroße Hallen, aus denen man in einigen Städten in größere Hallen zog, die wiederum ebenfalls ratzefatze ausverkauft waren. Dazu gehörte auch Köln, wo man von der Live Music Hall in das rund 4000 Zuschauer fassende Palladium umzog. Mit im Gepäck hatten RISE AGAINST an diesem Abend neben ihrem neuen, mittlerweile fünften Album auch die Bands RENTOKILL und STRIKE ANYWHERE, die der Meute im Vorfeld einheizen sollten. Stilistisch und thematisch gesehen passten die beiden Bands aufgrund gut in das Line-Up – heute stand bei allen drei Bands Punkrock mit politischen und sozialkritischen Texten ganz oben auf der Agenda.
Den Beginn machten die Ösi-Punks RENTOKILL, die ebenso wie STRIKE ANYWHERE, die danach die Bühne betreten durften positiv vom jungen Publikum aufgenommen wurden. So verging die Zeit bis zum Headliner RISE AGAINST dementsprechend schnell. Das Quartett aus Chicago ging kurz vor 22.00, eingeleitet von einem kurzen Intro auf die Bühne und legte mit dem dreier „Drones“, „Give It All“ und „State Of The Union“ anders als erwartet erstmal mit Stücken aus ihrem Backkatalog los, bevor nach vier
Tracks zum ersten Mal mit „Re-Education (Through Labor)“ das neue Album „Appeal To Reason“ präsentiert wurde. Die gesamte Band, gerade aber Sänger Tim McIllrath, dessen Stimme heute abend sehr präsent war, zeigte sich – für ihre Verhältnisse – recht spielfreudig. Immer wieder wurde die Kommunikation mit dem Publikum gesucht, dass McIllrath spätestens nach den „RISE, RISE“ Rufen zu Beginn von „Chamber The Catridge“aus der Hand fraß. Insgesamt boten RISE AGAINST einen guten Querschnitt durch alle 5 Alben, wobe der Fokus ganz klar bei den letzten beiden lag – aber den treuen Fan wird’s freuen, dass sich auch eine Nummer vom Debüt („Stained Glass And Marble“) ins Set verirrt hat.
Anscheinend ist die Krise auch bei RISE AGAINST angekommen, denn heute Abend hieß es im Palladium „Kurzarbeit“ – nach 13. relativ kurzen Punkrock Stücken – wir sprechen hier nicht von 15 Minuten Led Zep Songs, sondern eher von 2-3 Minuten Nummern – war nach „The Good Left Undone“ erstmal Pause, bis sich Mr. McIllrath zu zwei Akustik Stücken („Hero Of War“, „Swing Life Away“) teilweise allein hat auf die Bühne bitten lassen. Den Abschluss eines sehr knappen Auftritts bildeten dann „Audience Of One“ und „Prayer Of The Refugee“ – bevor RISE AGAINST die 4000 Besucher in die verregnete Kölner Nacht schickten.
