Wenn ein Wort die dänischen VOLBEAT gut beschreibt, dann ist es “solide”. Solide dahingehend, dass die Jungs eigentlich immer eine super Bühnenshow abliefern. Solide aber auch in dem Hinblick, dass sich seit den letzten zwei Alben stilistisch gesehen nicht viel geändert hat. Mich persönlich stört das nicht – da weiß man wenigstens was man bekommt. Die Welt braucht auch nach der Ära AC/DC, MOTÖRHEAD etc einige Konstanten auf die sie sich verlassen kann. Also bin ich ruhigen Gewissens und voller Vorfreude nach Düsseldorf gereist um die Dänen – mal wieder – live zu bestaunen.
Als ich in der Halle bin, haben ENTOMBED und THE KANDIDATE bereits ihre Shows hinter sich und der Vorhang mit dem überdimensionalen Totenkopf samt Elvistolle war quer über die Bühne gespannt. Dass ich auf dieses Vorhang-Wegspreng-Spektakel stehe, habe ich ja letztens schon ausführlich beschrieben. Für mich und der lautstärke des Publikums zu urteilen, auch für alle anderen ein gelungener Start in das gut zweieinhalbstündige Set. Die erste Nummer ist, wie auf dem neuen Album “The Mirror And The Ripper”. Die Band spielt die ersten Takte an, die Stimmung knistert – es wird mitgesungen. Das Schlagzeug steigt ein, der Vorhang fällt und das Publikum steht Kopf. Die Band strahlt und ist trotz des routinierten Touralltags sichtlich erfreut über das euphorische Düsseldorfer Publikum. Mag vielleicht auch an dem Geburtstag von Thomas Bredahl liegen, dem später aus über 7.000 Kehlen ein herzliches Happy Birthday entgegen gebracht wird.
Von dem Schwächeanfall des Fronters Michael Schøn Poulsen im letzten jahr ist heute keine Spur. Die Band zischt über die Bühne und heizt dem Publikum auch an den Randbereichen immer wieder ein. Durch die drei Ebenen auf der Bühne sind VOLBEAT quasi ununterbrochen auf der Reise, was der ganzen Dynamik ungeheuer gut tut. Man hat zeitweise den Eindruck Bredahl und Basser Anders Kjølholm müssten sich durch Kilometergeld ihre Gage an diesem Abend erlaufen. Musikalisch bewegte man sich durch die gesamte Bandhistorie, mit Schwerpunkt auf dem neuen Album “Beyond Hell / Above Heaven”. Mit “Fallen” und “The Human Instrument” zum Schluss kamen dann nochmal zwei große Kracher, die in dem zweiten Zugabenblock gekonnt platziert wurden.
